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  xundart AG
Das Ärztenetzwerk
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Tätigkeitsbericht

Unser Name ist Programm – xund steht für Gesundheit, art für die Kunst zu heilen. Unsere hauptsächlichen Leistungen bestehen darin, den Patienten gegenüber eine qualitativ hochstehende Leistung zu erbringen bei gleichzeitig hoher Kostensensibilität.

Nachfolgend zeigen wir auf, wie wir die Aufgaben angehen, die uns aus den Verträgen mit den Kostenträgern erwachsen und die wir uns v.a. auch selbst stellen, wo wir mit entsprechenden Projekten stehen und wie wir die uns zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel einsetzen.

Entwicklung Verträge Krankenversicherer

2016 hat sich die hohe Abdeckung, die wir durch unsere unveränderte Anzahl an Verträgen haben, nicht verändert.
Mit einem Versicherer wurde keine neue Basis der Zusammenarbeit gefunden, mit einem anderen arbeiten wir dafür neu zusammen. Das bietet nach wie vor praktisch jedem Einwohner der Region die Möglichkeit, mit einem einfachen Modellwechsel in den Genuss der Vorteile zu gelangen.

Entwicklung Anzahl Versicherte

Die Gesamtanzahl der im Modell Versicherten ist per 31. Dezember 2016 gegenüber 31. Dezember 2015 leicht angestiegen auf knapp 37‘000 Personen. Mehr als jeder 3. Einwohner aus der abgedeckten Region ist somit im Modell von xundart versichert.
Bezüglich dieser Quote ist es allerdings wichtig zu wissen, dass xundart keine Ärzte aktiv für eine Mitarbeit im Netzwerk angeht. Das würde sowohl unserer Firmenphilosophie widersprechen als auch unseren Aufnahmeprozess in Frage stellen. Folge davon ist, dass in der gleichen Region auch Ärztinnen tätig sind, die in einem anderen oder in keinem Netzwerk tätig sind.
Wir gehen davon aus, dass in einer durchschnittlichen hausärztlichen xundart-Praxis ein Anteil von MC-Versicherten betreut wird, der deutlich höher liegt als der oben erwähnte Anteil der MC-Versicherten bezogen auf die Region.

Entwicklung NetzärztInnen

Die Attraktivität der Zugehörigkeit zu xundart ist für die Ärzte ungebrochen hoch. Die Anzahl der bei xundart beteiligten Netzärztinnen ist 2016 von 68 auf 74 angestiegen. Der Zuwachs betrifft die Grundversorger. Total umfasst xundart aktuell 55 Hausärzte und 19 Spezialistinnen: Die Erfahrung und Kompetenz, die z.B. in QZ-Diskussionen eingebracht wird, bezieht sich auf total 17 Fachgebiete. Die 55 als Gatekeeper fungierenden Hausärzte nehmen ihre Steuerungsaufgabe, einen der Kernprozesse der Integrierten Versorgung, konsequent wahr. xundart wird in gemeinsamer Arbeit weiter entwickelt. Erreicht wird dies u.a. durch eine ausserordentlich hohe Quote an Netzärzten, die in der einen oder anderen Funktion für das Netzwerk tätig sind. Nebst regulärer Qualitätszirkel (QZ)-Teilnahme, die für alle Netzärztinnen obligatorisch ist, waren 2016 total 44 Ärzte in einem unserer Gremien oder in der Vorbereitung von QZ tätig. Das entspricht einem Anteil von 59%!

Qualitätsarbeit 2016

Einführung

Das zentrale Thema unserer Aktivitäten ist und bleibt die Qualität. Unsere Bemerkungen zur Vielschichtigkeit des Themas bestätigen sich auch 2016. Das zeigt sich auch an der Unterschiedlichkeit der verschiedenen Aktivitäten, die von der Erarbeitung eines eigenstän¬digen Verständnisses von Qualität (Qualitätsentwicklung) bis hin zu konkreten Evaluationen von Medika-menten reichen. Das Kernelement Qualitätszirkelarbeit gehört ferner genauso dazu wie unsere Bestrebungen, komplexe Themen wie z.B. die Sturzprävention für den Grundversorger in Schritte zu gliedern, wie sie im ärztlichen Alltag einfach umgesetzt werden können.
2016 stand für uns die Fortführung unseres Projekts Qualitätsentwicklung mit einer breiteren Basis im Vorder¬grund. Nach dem Pilot-QZ, den wir anfangs 2016 abgeschlossen haben, konnten wir zentrale Fragen beantworten: Wir wussten nun, dass es Qualitätssicherungssysteme gibt, auf denen wir aufbauen können und wir haben die Er¬fahrung gemacht, dass diese sich mit eigener Entwicklungsarbeit operationalisieren lassen.

Qualitätsentwicklung - quabexu

Im Dezember-Newsletter von eastcare, unserem Managementpartner, haben wir die verfolgten Absichten und den Verlauf unseres Projektes nochmals dargestellt (siehe auch Eastcare Newsletter 02/16).Die xundart-Ärzteschaft hat auf der Basis der positiven Erfahrung mit dem Pilotprojekt beschlossen, das erarbeitete Qualitätsverständnis zu vertiefen und ein geeignetes Verfahren zu implementieren. Das stellt eine grosse Herausforderung dar, da xundart in der Schweiz damit nicht auf zertifizierbare Prozesse zurückgreifen kann. «quabexu», Qualität bei xundart, bedeutet, dass sowohl inhaltlich als auch strukturell innovative Ideen und neue Erfahrungsebenen (Ansätze und Instrumente) umgesetzt werden müssen.
Aktuell geschieht dies in zwei Projekten, xeminar Q und QUER. Im xeminar Q wird die Arbeit der Pilotgruppe unter Einbezug weiterer Ärztinnen fortgeführt und praktisch weiterentwickelt. Aktuelles Thema ist die Gestaltung der ärzt¬lichen Sprechstunde. Rahmenbedingungen, die Dynamik der Interaktion zwischen zwei Personen, Zeit sowie Rollen¬verständnis werden dabei bewusst bearbeitet. QUER steht für Qualität, Entwicklung, Resonanz. In dieser Arbeitsgruppe wird das Qualitätsverständnis von xundart in seiner bisherigen Umsetzung reflektiert, dokumentiert und mit neuen Impulsen experimentiert. Gleichzeitig ist es Aufgabe dieser Gruppe, das Umfeld in der Schweiz in die Überlegungen miteinzubeziehen. Dazu gehören mögliche Partnerschaften oder die Integration von quabexu in bestehende Qualitätsverfahren.
Die Projektbegleitung erfolgt durch erfahrene Moderatoren. Urs Brandenburger, selbst Mitglied des Verwaltungsrates, und Bernard Hucher leiten die Workshops, in welchen unser umfassendes Qualitätsverständnis an konkreten Themen angewandt wird. Parallel zu den Themenbehandlungen erfolgt die Einbettung in ein Qualitätssystem, das sukzessive entsteht. Eine Überprüfung der beabsichtigten Strukturen zeigt, dass sich diese auch im St. Galler Management Modell sehr gut abbilden lassen.
Feedbacks seitens der teilnehmenden Netzärztinnen bestätigen uns auf dem eingeschlagenen Weg. Auch Reaktionen auf Vorstellungen gegenüber Dritten fallen sehr positiv aus. Wir stossen mit unserem einzigartigen Qualitätsprojekt, das auf der Kern der ärztlichen Arbeit ausgerichtet ist, auf grosses Interesse.
Innerhalb des Projektes quabexu unterstützen wir auch die Mitarbeit bei QBM (Qualitäts-Basis-Modul) des VEDAG. Der erste xundart-Netzarzt hat 2016 die 3. Stufe erreicht und sammelt damit wertvolle Erfahrungen mit den Ansätzen des Peer-to-Peer Reviews.

Retraite

Unter dem Titel „Spreche ich nur oder kommuniziere ich schon?“ haben 46 Netzärztinnen am 17. November 2016 einen ganzen Tag Erfahrungen zu Grundlagen für eine professionelle Kommunikation im ärztlichen Alltag gesammelt. Schauspieler des Playback Theaters Zürich haben zusammen mit den beiden quabexu-Moderatoren durch sehr praxisnahe und lehrreiche Workshops geführt. Es war ein Tag, der eine mit allen Sinnen erfahrbare und erfassbare Art der Reflexion ermöglicht hat (Feedback eines Teilnehmers).
Die Auswertung des Feedbacks spricht eine klare Sprache: über 75% der Teilnehmerinnen erteilten die Höchstnote, 96% der Antworten entfielen auf die höchste oder zweithöchste Bewertung. Überdies lassen sehr viele der formulierten Feedbacks darauf schliessen, dass die Teilnehmerinnen erfolgreich umsetzbare Vorsätze für eine noch bewusstere Kommunikation zurück in ihren Alltag nehmen.

Ärzte-Qualitätszirkel (QZ)

Wir haben 2016 total 46 „reguläre“ QZ durchgeführt und 11 weitere Workshops im Rahmen von quabexu. Die Themenvielfalt ist in allen QZ sehr gross; unsere Orientierungsleitlinien fruchten je länger je stärker. In keinem einzigen QZ fand eine reine Frontalpräsentation statt und die Themenbearbeitungen sind gezielt interaktiv. Themenwahl und Art der Themenbearbeitung entsprechen der Konstellation mit vertrauter Gruppen¬zusammensetzung, die Diskussionskultur hat sich weiterentwickelt.
Die im Vorjahr festgestellte Tendenz, dass immer mehr Mitglieder konkrete Themenvorbereitungen übernehmen und spannende Diskussionen in den QZ anstossen, hat sich fortgesetzt. Die interaktiven Themenbehandlungen sind je länger je mehr breit abgestützt und die hohe Praxisrelevanz führt dazu, dass der Besprechung noch häufiger eine Umsetzung in der Praxis folgt.

Der Besuch der QZ ist mit durchschnittlich 11 Teilnehmern sehr gut, die in den Netzarztverträgen verein-barte Anzahl Teilnahmestunden (12 h pro Jahr für Grundversorger) werden grossmehrheitlich deutlich überschritten. Die Einhaltung der formellen Vorgaben bezüglich Leitung durch ausgebildete Moderatoren und Protokollierung bildet eine Selbstverständlichkeit.

MPA-QZ

Die Anzahl der durchgeführten QZ ist 2016 leicht rückläufig (6 QZ), die Anzahl der Teilnehmerinnen ist mit 33 MPAs, die an mindestens einem QZ teilgenommen haben, stabil. Wir überlegen uns Massnahmen, wie wir dieses für uns sehr junge Gefäss stärker unterstützen können, ohne dass wir den aus unserer Sicht sehr wichtigen bottom-up Ansatz beeinträchtigen.

QZ/GL-Treffen

Die Hauptaufgaben dieses Gremiums beziehen sich auf den Austausch zwischen den Leitungsgremien und den neun QZ-Moderatoren sowie auf den Erfahrungsaustausch unter den QZ-Moderato¬ren selbst.
Die Gruppe hat u.a. ein Projekt zu Änderungen bezüglich Verkehrsmedizin initiiert. Ende 2016 zeichnet sich überdies eine neuerliche Teilnahme an einer Studie ab. Es handelt sich um die HWI-Studie des Instituts für Hausarztmedizin, Zürich („Antibiotikaresistenzen bei akuten, ambulanten Harnwegsinfektionen in der Schweiz“). Unser Entscheid zur netzweiten Empfehlung zur Teilnahme wird anfangs 2017 definitiv fallen.

Verkehrsmedizin

Per Juli 2016 sind neue Vorschriften für die Abklärung der Fahrtauglichkeit von Senioren eingeführt worden (Stufe 1). Unter Einbezug eines Amtsarztes und einer Absolventin der entsprechenden Fortbildung haben wir Hilfestellungen für unsere Netzärztinnen geschaffen.

MediKonsens

Die 2011 gestartete Arbeit hat ihre Fortsetzung auch 2016 gefunden. Basierend auf dem selbst erarbeiteten Konzept evaluieren Netzärzte relevante Medikamentengruppen. Hauptarbeit der nach EBM-Grundsätzen ausgerichteten Arbeit ist denn auch die Studiensichtung.
Nach den Arbeiten zu den Präparategruppen Sartane, PPI, Statine und NSAR wurde 2016 die Gruppe der Antiasthmatica/COPD-Medikamente evaluiert. Die Vorstellung der Resultate und Empfehlungen in den QZ läuft aktuell. Die Empfehlungen beziehen sich primär auf Wirkstoffe. Unser Konzept zu diesen industrieunabhängigen und EBM-basierten Evaluationen sieht vor, dass immer neue Netzärzte in eine nächste Evaluation involviert werden, wobei die Gruppe jeweils durch eine Netzärztin geleitet wird, welche bereits an einer Evaluation beteiligt war. Dieser Grundsatz hat viele Vorteile: die breite Abstützung stellt die Praktikabilität der Empfehlungen sicher, sie sorgt aber automatisch auch für eine hohe Akzeptanz der Empfehlungen. Zum Konzept selbst haben wir entschieden, dass wir vorgängig zum Start der nächsten Evaluation (ACE-Hemmer, Antidiabetica) eine Beurteilung vornehmen, ob unsere Erfahrungen zu Anpassungen führen. Diese ist für 2017 geplant.

Pilotprojekt Sturzprävention

2016 konnten wir die erste Phase des Projektes abschliessen, bei dem wir uns nach Anfrage der Gesundheitsdirektion SG aktiv einbringen. In dieser Phase stand ein praxisgerechter Ablauf zur Erfassung des Sturzrisikos im Vordergrund. Wir haben in diesem durch «VIA – Gesundheitsförderung Schweiz» initiierten Projekt die aus unserer Sicht sinnvollen Inhalte definiert und dokumentiert.
Entstanden ist ein einfach umsetzbarer Prozess zu Screening, Sturzrisikoabklärung und Intervention für die Hausarztpraxis, den wir in sämtlichen QZ vorgestellt, diskutiert und zur Umsetzung im Alltag empfohlen haben. Eine Wiederaufnahme des Themas in den QZ im ersten Semester 2017 ist geplant – wir wollen die Erfahrungen abholen und mögliche Optimierungen vornehmen. Mittlerweile wurde die zweite Phase gestartet, bei der die Regelung der wichtigsten Aussenkontakte im Vordergrund steht. Die Projektleitung führt aktuell Gespräche mit lokalen Spitex-Organisationen und nimmt Kontakt mit Physiotherapeuten auf. Die Aufgabe der Arbeitsgruppe xundart ändert sich: waren wir bei der ersten Phase im Lead, so stellen wir uns für die Folgephase eine gleichberechtigte, interdisziplinäre und lokal organisierte Zusammenarbeit vor, zu der wir unsererseits regionale ärztliche Ansprechpersonen stellen.

Schnittstelle Grundversorger/Spezialist

Mit den erarbeiteten Grundlagendokumenten haben wir gemäss Feedbacks aus einzelnen Praxen Ver-besserungen an dieser qualitätsrelevanten Schnittstelle erzielen können. Wir haben dabei bewusst nicht auf die Einführung von spezifischen Formularen hin gearbeitet. Vielmehr haben wir Inhalte, die in praxisspezifischen Abläufen Platz finden, im Sinne einer Checkliste thematisiert.
Aufgrund der Wichtigkeit der Schnittstelle machen wir den QZ beliebt, das Thema auch 2017 nochmals strukturiert aufzunehmen.

Zusammenarbeit mit der Spitalregion

Anlässlich der Generalversammlung 2016 wurde ein Konsenspapier verabschiedet, in welchem eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen den in xundart organisierten Ärztinnen und der SRFT vereinbart ist. Ziel ist eine nachhaltige und optimale regionale medizinische Versorgung der Bevölkerung durch gegenseitige Berücksichtigung, die bereits bei der Planung einsetzt. Wir wollen Redundanzen vermeiden und zielen auf komplementäre Angebote zwischen Praxismedizin und Spital. Das übergeordnete Interesse bezieht sich dabei immer auf die Patientenbedürfnisse und die Qualität des medizinischen Angebotes.
Mittlerweile fand ein erster Austausch zu den vielfältigen Themen statt, welche die frei praktizierende Ärzteschaft und die Spitäler betreffen (z.B. Nachwuchsförderung). Dabei wurde die Bildung eines Ausschusses beschlossen, welcher sich in die Möglichkeiten zur Förderung des Nachwuchses vertiefen wird. Die Aufnahme dieser Arbeiten findet ressourcenbedingt verzögert statt.

Organisation

Verwaltungsrat/Geschäftsleitung

Der Verwaltungsrat hat neben den immer wiederkehrenden Geschäften u.a. die benötigte Kapitalerhöhung zur Bedienung neuer Aktionärinnen vollzogen und die Überarbeitung der historisch gewachsenen Grundlagendokumentation initiiert. Im Zentrum steht die intensive Auseinandersetzung mit der Frage der strategischen Ausrichtung von xundart: Wir haben eine Arbeitsgruppe gebildet mit dem Auftrag, Vorschläge für die Umsetzung der strategischen Leitlinien aus dem Vorjahr zu erarbeiten. Dies ist erfolgt, die neuen Ideen fliessen in die Überarbeitung der Grundlagendokumentation ein.

Geschäftsstelle xundart

Die xundart-eigene Geschäftsstelle ist gut aufgestellt und vermag ihre koordinierenden und administrativen Aufgaben in dieser Konstellation gut zu erfüllen.