Medikamentenrabatte

Der weitere Ausbau unserer Qualitätsentwicklung – sei es z.B. die digitale Unterstützung des xundart-eigenen Moduls, sei es die Entwicklung in Richtung eines anerkannten QMS – bedingt finanzielle Mittel. Der neue gesetzliche Rahmen öffnet uns die Möglichkeit, Rabatte auf Medikamentenbezüge zu vereinbaren. Sie müssen zu (mindestens) 51% weitergegeben werden und zur Verwendung der einbehaltenen 49% bestehen gesetzliche Vorgaben zu Qualität und Transparenz.

Wir haben ein Konzept entwickelt, intensiv mit Versicherern und mit der Pharmaindustrie verhandelt und uns im Januar an den Rahmenvertrag der Dachverbände angeschlossen. Einer der Grundpfeiler unseres Konzepts besteht darin, dass Sie als Arzt/Ärztin bezüglich Weitergabe der Rabattanteile im Alltag keinen Zusatzaufwand betreiben müssen. Unsere Konzeption sieht deshalb vor, dass Sie die regulären Publikumspreise abrechnen und dass wir die Rabattweitergabe über die Kassen steuern. Auf der Ebene des Netzarztvertrages müssten dazu Anpassungen erfolgen – Sie müssten xundart legitimieren, diese Ihnen selbst realistischerweise nicht gesetzeskonform möglichen Rabatte an Ihrer Stelle einzunehmen. xundart übernähme in diesem Fall gleichzeitig die Pflicht, Ihnen die Voraussetzungen für die Erfüllung der Qualitätsvorgaben zu schaffen und die geforderte Transparenz sicherzustellen.

Mit dem aktuellen Rahmenvertrag kann diese Konzeption grundsätzlich erfüllt werden, die Krankenversicherer haben sich in den Verhandlungen bezüglich Übernahme der Rabattweitergabe allerdings wenig begeistert gezeigt. Nun scheint das BAG durchsetzen zu wollen, dass ab 2022 der weiterzugebende Rabattanteil direkt auf der Rechnung ausgewiesen werden muss, was mit wesentlichem Zusatzaufwand für Sie verbunden sein dürfte. Auch stellt das BAG bezüglich Nachweis der Wirkung der Qualitätsmassnahmen sehr hohe und aus unsere Sicht wenig realistische Anforderungen. Unseres Erachtens führt das zu einem unverhältnismässigen Aufwand bezüglich Rabattweitergabe, der erst noch einfach vermeidbar wäre. Und mit den Vorgaben zum Nachweis der erbrachten Qualität wird riskiert, dass die eingesetzten Mittel am Schluss für die Erfüllung der formalen und administrativen Aufgaben statt für die effektive Qualitätsarbeit eingesetzt werden müssen. Die FMH lässt jetzt ein juristisches Gutachten erstellen. Wir rechnen damit, dass wir ungefähr Ende Sommer mehr wissen.

Wir sind mit der FMH im regen Austausch und bringen unsere Position aktiv ein. Diese wird auch gegenüber dem BAG vertreten. Wir bleiben am Ball und halten Sie bei diesem für die Entwicklung von xundart wichtigen Thema auf dem Laufenden. Mit unserem Vorschlag für Anpassungen des Netzarztvertrags  kommen wir auf Sie zu, sobald wir wissen, wie die Lösungen konkret ausgestaltet werden.